Ehrenamtliche aus dem AWO-Mehrgenerationenhaus Altötting und den Ortsvereinen des AWO-Kreisverbandes Altötting schildern in einer Interviewreihe ihren Weg zum Ehrenamt und ihre teils in Jahrzehnten gesammelten Erfahrungen. Einige haben Tipps für künftige Ehrenamtliche. Die Interviews führte Robert Attenhauser entweder persönlich im Mehrgenerationenhaus oder telefonisch im November und Dezember 2026.
„Da kannst eigentlich dabei bleiben“ - Irmgard Paßler ist beim AWO-Ortsverein Winhöring, Mitglied eines Serviceteams für 14-tägige Seniorennachmittage
Wie kamen Sie zum Ehrenamt?
Meine Schwiegermutter hatte schon bei den Seniorennachmittagen mitgeholfen. Sie hat mich gefragt, ob ich das weitermachen würde, als sie aufhören wollte. Ich mach das jetzt seit ungefähr 15 Jahren. Aber ich hab schon immer gern Kuchen gebacken, das war noch nie ein Problem – dann hab ich mir angeschaut, wie ein Seniorennachmittag abläuft. Und das war ein ganz lieber Nachmittag – da hab ich mir gedacht: „Da kannst eigentlich dabei bleiben!“ Die Leute, die das damals gemacht haben, haben mich unheimlich gut aufgenommen – die haben mir gesagt „Irmi, Du kannst das schon und die Leute mögen Dich gern“. Von daher hat es gepasst.
Welche Aufgaben übernehmen Sie bei den Seniorennachmittagen?
Wir bewirten die Senioren mit Kaffee und Kuchen. Danach gibt es dann noch eine Brotzeit. Das alles donnerstags alle 14 Tage. Ich schau, dass die Getränke da sind, zwei Kuchen sollen da sein, die Brotzeit – wir sind immer breit gefächert. Im Sommer gibt es Nudelsalat, Wurstsalat, im Winter mal einen warmen Leberkäs, auch Fleischpflanzl mit Kartoffelsalat, Pizzabrötchen – was mir grad einfällt, das gibt es.
Welche Herausforderungen bietet Ihr ehrenamtlicher Alltag?
Ich sag immer, man darf das nicht direkt als Arbeit sehen, sondern im Endeffekt als gute Tat. Ich tu das gern, das ist auch eine Herzensangelegenheit. Das ist eine tolle Sache, weil meine Mädels und ich gut zusammenarbeiten und ich mich hundertprozentig auf sie verlassen kann.
Gibt es besonders gute Erfahrungen?
Die Dankbarkeit, die von den Leuten kommt – wenn sie am Schluss bevor sie heimgehen noch mal herkommen und sagen, heute war es besonders schön und heute hat es wieder besonders gut geschmeckt.
Gab es schon mal Ärger?
Eigentlich gar nicht. Und wenn, dann muss man drüber stehen, wenn einer sagt, heute hat der Kuchen aber gar nicht geschmeckt. Mein Gott, dann sag ich, dann essen´s das nächste Mal ein anderes Stückerl. Ich glaube aber, die Leute sind einfach dankbar, wenn Sie zusammenkommen und ratschen können, damit sie daheim nicht vereinsamen.
Mehr Ehrenamtliche könnten im Arbeitsalltag hilfreich sein?
Da ist eine gute Frage, das ist echt schwierig. Wer die Arbeit gern tut, der kann Leute einfach ansprechen, sagen, dass jemand gut zum Team passen würde. Ich glaube, das geht nur durch persönliche Ansprache.
Was raten Sie künftigen Ehrenamtlichen?
Offen sein für die Leute, mal dazusetzen und sich die Geschichten der Leute anhören. Nicht das alles hektisch als Arbeit ansehen, nicht mit Stress verbinden.









